04.02.2026

Katrin de Louw: Interior Trend Outlook 2026

Trendexpertin Katrin de Louw hat ihren „Interior Trend Outlook 2026“ veröffentlicht. Demnach wird das Design aktuell von zwei Entwicklungen entscheidend beeinflusst: Die rasante Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik beschleunigt wirtschaftliche und soziale Prozesse. Als Reaktion darauf entsteht eine Gegenbewegung in Richtung Entschleunigung, Materialität und analoger Erfahrung. Nicht nur, weil der persönliche Austausch ohne Filter von Zensur und Algorithmus elementar ist, um die eigene Wahrnehmung mit Wissen und Wahrheit zu füttern, sondern auch, weil der Mensch als soziales Wesen nicht dafür gemacht ist, allein vor dem Computer zu sitzen und ausschließlich digital zu interagieren, so die Expertin. Deshalb gilt heute mehr denn je, (Innen-)Architektur zu schaffen, die menschliche und soziale Begegnung ermöglicht – ja, sie sogar aktiv unterstützt. Das ist manchmal sogar verblüffend einfach: An einem runden Tisch sitzt niemand am Rand.

Gleichzeitig wird Nostalgie zum emotionalen Stabilisator. Die Einrichtung soll in den kommenden Jahren wieder die Persönlichkeit zeigen. Es entstehen sogenannte „haptische Inseln“. Zudem lieben wir Möbel und Muster, die Erinnerungen an Zeiten wecken, als die Zukunft noch rosig erschien und der Fortschritt in einem Tempo stattfand, mit dem wir mithalten konnten – Zeiten ohne Internet und ohne Handy. Dass große Designlabels Modelle aus den 1950er- bis 1970er-Jahren feiern und in kleineren Variationen sowie Neuinterpretationen wieder aufleben lassen, ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern entspricht auch dem emotionalen Bedürfnis der Verbraucher.

2026 werden die Räume wieder farbenfroher – wenn auch nicht schrill oder bunt. Die Kombination mehrerer, oft natürlicher Farben gewinnt an Bedeutung. Weiterer Trend: Humor auch im Design, zum Beispiel mit witzigen Kleinmöbeln, farbenfrohen Accessoires oder humorvolle Statements auf Textilien.

Nachhaltigkeit bleibt laut Katrin de Louw zentral. Möbel aus nachwachsenden Rohstoffen, Materialien und Müll als Wertstoffe im Kreislauf, weniger Konsum, dafür bewusster. Hersteller und Händler sind daher gefordert, glaubwürdige Transparenz über ihre Wertschöpfung zu schaffen.

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Katrin de Louw: Interior Trend Outlook 2026
Foto/Grafik: Trendfilter
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