01.09.2025

„Ein neues Sleep-Areal macht die Stärke der Branche sichtbar“

Haustex: Frau Herberth, die Heimtextil zieht jedes Jahr zahlreiche Aussteller und Besucher aus aller Welt an. Können sie kurz zusammenfassen, welche Highlights sie im Januar 2026 erwartet?

Margit Herberth: Sehr gerne. Vorab: Wir alle freuen uns sehr auf die kommende Heimtextil. Die Messe ist und bleibt die globale Branchenplattform für Wohnen, Objekttextilien und textiles Design – mit Innovationen, Know-how und den Themen, die die Branche bewegen. Ein Highlight wird natürlich wieder die Präsentation der Heimtextil Trends sein, diesmal im Zentrum der Halle 6.1. Kuratiert werden die Trends zum zweiten Mal von der unabhängigen Designplattform Alcova Milano. Auch die Kooperation mit Patricia Urquiola setzen wir 2026 fort: In Halle 3.0 wird die spanische Architektin und Designerin ihre Installation „among all“ präsentieren, eine Weiterentwicklung des Vorjahresprojekts „among us“. Und natürlich freuen wir uns auf das neue Areal „Sleep & Meet“ in Halle 4.0 im Smart-Bedding-Bereich, das wir gemeinsam mit dem Fachverband Matratzen-Industrie umsetzen. Dort feiern dann unter anderem zahlreiche deutsche Hersteller aus diesem Segment ihre Heimtextil-Premiere.

Haustex: Wie hat sich die Struktur von Ausstellern und Besuchern zuletzt entwickelt?

Herberth: Der Markt ist aktuell sehr unruhig, national wie international. Vor diesem Hintergrund ist es umso erfreulicher, dass die Heimtextil stabil bleibt und in Teilbereichen sogar wächst. Zur Heimtextil 2025 konnten wir in diesem Jahr über 50.000 Fachbesucher aus 136 Ländern begrüßen – ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2024. Die Top-Besucherländer waren Deutschland, gefolgt von China, Italien, Türkei, Pakistan, Indien, Großbritannien und den Niederlanden. Wir beobachten, dass der internationale Anteil sowohl bei den Besuchern als auch bei den Ausstellern wächst. Wie sich diese Entwicklung 2026 fortsetzt ist natürlich ein Stück weit Spekulation. Wir fokussieren uns auf ein Wachstum aus Deutschland. Da wird das neue Areal Sleep & Meet sicher eine bedeutende Rolle spielen. Zudem haben wir wichtige europäische Märkte wie Frankreich, die Niederlande oder Großbritannien im Blick.

Haustex: Die Heimtextil geht 2026 mit einer neuen Hallenstruktur an den Start. Welche Überlegungen haben zu dieser Maßnahme geführt?

Herberth: Wir haben die aktuellen Veränderungen in der Handelslandschaft, aber auch in den Hersteller- und Beschaffungsstrukturen genau beobachtet und entschieden, dass es ab der Zeit ist, die Struktur der Heimtextil anzupassen. Schon immer stand die ganzheitliche textile Innenraumgestaltung auf der Messe im Fokus, wozu längst auch non-textile Produkte wie Tapeten oder Sicht- und Sonnenschutz gehören. Mit dem neuen Hallenkonzept machen wir diese Bereiche sichtbarer und schaffen Synergien. Zeit- und Reisebudgets werden knapper, daher ist die räumliche Nähe komplementärer Produktfelder wichtig. So liegt etwa Smart Bedding in Halle 4.0 direkt gegenüber vom Bereich Bed, Bath & Living, der sich über drei Ebenen erstreckt. Das erleichtert Einkäufern den schnellen Überblick.

Haustex: Also geht es um inhaltliche Synergien, aber auch um Komfort für die Besucher?

Herberth: Genau. Kürzere Laufwege, einfache Zugänge über alle Eingänge und eine schnelle Orientierung sind zentrale Ziele. Besucher sollen das für sie relevante Angebot auf der Heimtextil gezielt und zügig finden.

Haustex: Gibt es weitere Effekte, die Sie erzielen möchten?

Herberth: Ja. Beispielsweise wird die Halle 3.0 ab 2026 klar auf das Thema textile Innenraumgestaltung mit einem starken Designfokus ausgerichtet sein – attraktiv für Raumausstatter und Interior Designer. Die Installation von Patricia Urquiola grenzt direkt an die Produktpräsentationen in dem Segment. Und auch die Positionierung des DekoTeams in Halle 3.0 ist eine wichtige Neuerung, sowie die räumliche Nähe zu den Hallen 3.1 und 4.1 mit dem umfangreichen Angebot an Deko- und Möbelstoffen.

Haustex: Sie haben es bereits angesprochen: Ergänzend zur veränderten Hallenstruktur entsteht in der neu platzierten „Smart Bedding“-Halle 4.0 das neue Areal „Sleep & Meet“ in Kooperation mit dem Fachverband Matratzen-Industrie. Herr Auerbach, können sie die Hintergründe kurz erläutern?

Martin Auerbach: Natürlich. Der Matratzenverband war lange auf der imm cologne präsent. Angesichts unserer Erfahrung der vergangenen Jahre kombiniert mit der aktuellen Entwicklung in Köln haben wir aber entschieden, dass das dortige Konzept für uns nicht mehr passt. Wir brauchen eine internationale Plattform, auf der wir uns als Branche zeigen können – nicht nur zu Verkaufszwecken, sondern auch, um unsere Themen zu kommunizieren und mit Kollegen in Kontakt zu treten. Die Heimtextil bietet uns genau das. Wir wurden dort mit offenen Armen empfangen. Man kann sagen, es ist eine „Win-win-win Situation“ – für die Messe, für die Mitglieder und für uns als Verband. Aktuell beteiligen sich zehn Unternehmen – darunter unsere großen Player, aber auch weitere Mitglieder.

Haustex: Können Sie einige Unternehmen nennen, die im Januar 2026 in Frankfurt auf jeden Fall vertreten sein werden?

Auerbach: Sicher. Mit dabei sind unter anderem die EuroComfort Group, Frankenstolz, Auping Germany, Rummel Matratzen, Bettwaren Stendebach, Dormiente, Ergomed, Femira, Schwarzwald Schlafsysteme und Hüsler Nest. Die Euro Comfort Group mit ihren Marken Badenia, Brinkhaus und Lück sowie Frankenstolz treten sogar mit deutlich vergrößerten Ständen auf.

Haustex: Zehn teilnehmende Unternehmen hört sich zunächst nicht so viel an?

Auerbach: Das täuscht. Denn mit zehn teilnehmenden Unternehmen sind die zentralen Player der Branche vertreten. Sie bringen die wichtigsten Neuheiten und Innovationen mit und belegen zusammen rund ein Viertel der gesamten Halle. Damit entsteht ein deutlich sichtbarer Bereich, der die Präsenz der Branche klar widerspiegelt.
Hinzu kommt: In Deutschland ist über 70 Prozent der Industrie organisiert, bei einem zufälligerweise ebenso hohen Anteil an mittelständischen Unternehmen. Entscheidend ist also weniger die Zahl, sondern dass die großen, marktprägenden Unternehmen dabei sind – und genau das ist in Frankfurt der Fall.

Haustex: Sie betonen die Bedeutung der Präsenz der Branche. Kann man daraus ableiten, dass sich der Trend auf der Messe weg von riesigen Produktpräsentationen hin zu mehr Kommunikation und Begegnung verschiebt?

Auerbach: Genau. Das ist ein genereller Trend auf Messen, der sich meiner Meinung nach auch nicht mehr umkehren wird. Früher gab es 600 Quadratmeter-Stände und der Fokus lag rein auf den Produkten – das ist heute nicht mehr der Standard. Natürlich geht es auch weiterhin um die Präsentation von Produktneuheiten. Mindestes genauso wichtig sind aber persönliche Begegnungen und der Austausch von Wissen. Die Messe Frankfurt hat das rechtzeitig erkannt und berücksichtigt diese Entwicklung auch bei der Weichenstellung für die Zukunft.

Haustex: Vor diesem Hintergrund: Welche Vorteile bietet das Areal „Sleep & Meet“ den Besuchern aus Betten- und Möbelhandel?

Herberth: Viele: Die Halle 4.0 liegt im Herzen des Messegeländes, ist gut erreichbar und die Matratzenhersteller präsentieren sich dort gebündelt. Das spart Zeit und erleichtert den Zugang. Dazu kommt das Konzept aus individuellen Messeständen, kombiniert mit einem Lounge-Bereich samt Catering und viel Wissensvermittlung. Geführte Touren zum Thema „Sleep“ runden das Angebot ab.

Haustex: Welche Bedeutung hat die Präsenz internationaler Marken in der Halle 4.0 – oder liegt der Fokus bewusst auf dem deutschen Markt?

Herberth: Zunächst einmal ist das „Sleep & Meet“-Areal ja nur ein Teil des Smart Bedding-Halle 4.0. Insgesamt erwarten wir hier eine ausgewogene Mischung an Ausstellern. Neben bekannten deutschen Unternehmen wie OBB oder Traumina sind auch internationale Anbieter wie Hefel aus Österreich, Wendre, John Cotton Europe und Boyteks vertreten. Das Besondere ist die klare Konzentration: In der Halle 4.0 finden Besucher die gesamte „Weißware“ – also Matratzen, Schlafsysteme und Bettwaren – gebündelt an einem Ort. Damit wird das komplette Spektrum für unterschiedliche Zielgruppen abgebildet, vom kleinen Fachhändler bis hin zum Volumeneinkäufer. Wer nach Bettwaren und Matratzen sucht, ist hier genau richtig.

Haustex: Herr Auerbach, wie stark ist das Fachverband Matratzen-Industrie in die Planung des „Sleep & Meet“-Angebots eingebunden?

Auerbach: Zu 100 Prozent. Wir arbeiten in der Vorbereitungsphase partnerschaftlich und auf Augenhöhe mit der Messe zusammen. Auch während der Veranstaltung sind wir präsent – von Dienstag bis Donnerstag mit großer Besetzung, am Freitag dann nur noch in reduzierter Form. Für unsere Mitglieder – egal ob Aussteller oder nicht – sind wir zentrale Anlaufstelle. Zugleich sind wir auch für Unternehmen ansprechbar, die uns erst noch kennenlernen möchten. Wir sind zum Anfassen da, denn das ist entscheidend, um neue Kontakte zu knüpfen und bestehende zu pflegen.

Herberth: Genau. Wir pflegen einen regen Austausch und stimmen uns laufend ab.
Geplant ist übrigens auch ein Networking-Event am ersten Messeabend. Dabei geht es um den Austausch und darum, die Stärke der deutschen Branche in diesem Segment auf der internationalen Plattform Heimtextil sichtbar zu machen. Das ist uns sehr wichtig.

Haustex: Was hat die Heimtextil dazu bewogen, das Thema Schlaf künftig noch stärker in den Fokus zu rücken?

Herberth: Ganz einfach: Gesunder Schlaf ist weiterhin ein „Treiber-Thema“, das vielfach aufgegriffen wird. Da ist es nur konsequent, wenn wir auch als Heimtextil diesen Produktbereich in den Fokus rücken. Für uns ist klar: Wenn wir den Anspruch haben, die Branche abzubilden, gehört ein erweitertes Schlaf-Angebot unbedingt dazu.

Haustex: Mit dem Ziel, dass „Sleep & Meet“ sich langfristig etabliert?

Herberth: Genau. Wir planen mit dem Verband strategisch über mehrere Jahre. Die erste kleine Präsentation des Fachverband Matratzen-Industrie, die im Januar 2025 auf der Fläche der Mehr.Wert-Lounge stattgefunden hat, war der Testlauf. Schritt für Schritt bauen wir die Zusammenarbeit nun aus – und blicken dabei definitiv auch über 2026 hinaus. Wichtig ist nun erstmal, dass das Areal „Sleep & Meet“ sich integriert und von Ausstellern wie Besuchern gleichermaßen angenommen wird.

Haustex: Sie erwähnen das Mehr.Wert-Programm. Wird das Konzept, das die Messe vor zwei Jahren als spezielles Service-Angebot für Fachhändler, Raumaustatter und Handwerker eingerichtet hat, 2026 fortgesetzt?

Herberth: Ja, das Mehr.Wert-Programm wird fortgesetzt, diesmal mit zwei Lounges. Das Package bleibt wie gehabt: Die Teilnehmer erhalten freien Eintritt auf die Messe und können das Catering in den Lounges ebenso nutzen wie die persönliche Betreuung über eine Hotline oder vor Ort. Das Besondere auf der Heimtextil 2026 ist, dass die Mehr.Wert-Lounge in Halle 4.0 Teil des „Sleep & Meet“-Areals ist. Das integrierte Konzept richtet sich an die Mitglieder des Fachverbands Matratzen-Industrie, aber auch an den deutschen, österreichischen und schweizerischen Bettenfachhandel und das Raumausstatterhandwerk.

Haustex: Und wie sieht es darüber hinaus mit der Retail Stage aus, die in diesem Jahr neu etabliert wurde?

Herberth: Die Retail Stage wird es auch diesmal wieder geben – aber in einer weiterentwickelten Form und mit einem neuen Namen: Wir haben entschieden, die Retail- und die Texpertise-Stage zu verbinden und unter dem Namen Texpertise-Stage an zentraler Stelle in Halle 6.0 zu integrieren. Dort fungiert sie als „Main Stage“, also als große Heimtextil-Bühne, auf der die unterschiedlichsten Themen von Nachhaltigkeit über Design-Trends bis hin zum aktuellen Treiber-Thema Künstlicher Intelligenz für die verschiedenen Zielgruppen aufbereitet werden. Inhaltlich wird es verschiedene Schwerpunkte geben: Beispielweise wird der Messemittwoch zum „Retail Day“, unter anderem mit Vorträgen aus und für den deutschen Bettenfachhandel. Markus Kamps ist wieder dabei, Martin Auerbach spricht über KI und Dr. Juliane Hedderich über Nachhaltigkeit in der Daunen- und Federnindustrie. Und am Mittwochabend wird hier natürlich auch die Verleihung der Haustex Star-Awards an die Bettenfachhändler des Jahres 2026 stattfinden. Neben der Hauptbühne, der Texpertise-Stage, wird es kleinere Bühnen, sogenannte „Speakers Corners“ geben, beispielsweise für die Produktbereiche Teppiche oder Bodenbeläge. Zudem wird es in Halle 3.0 natürlich wieder die DekoTeam-Bühne geben.

Haustex: Zum Abschluss: Was wünschen Sie sich persönlich für die Heimtextil 2026?

Herberth: In einer dynamischen Welt ist Stillstand keine Option. Unsere Aufgabe ist es, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, zu analysieren und vorauszudenken, damit die Heimtextil ihre starke Position behält. Dahinter steckt harte Arbeit und Organisation, und die leisten wir gern. Die heiße Phase der Vorbereitung für die Heimtexil 2026 beginnt jetzt, und im Januar erwartet uns sicherlich wieder ein echtes Fest: vier Tage voller Impulse, Begegnungen und Energie, die wir dann im Anschluss direkt wieder in die Weiterentwicklung der Messe einfließen lassen.

Heimtextil in Kürze:
Messe Frankfurt Exhibition GmbH
Ludwig-Erhard-Anlage 1
D-60327 Frankfurt am Main
Geschäftsführung: Wolfgang Marzin (Vorsitzender), Detlef Braun
Leiterin Heimtextil: Margit Herberth, Bettina Bär
Tel.: +49 69 75 75-0
E-Mail: heimtextil@messefrankfurt.com
Internet: heimtextil.messefrankfurt.com
„Ein neues Sleep-Areal macht die Stärke der Branche sichtbar“
Foto/Grafik: Messe Frankfurt
Margit Herberth ist seit 18 Jahren bei der Messe Frankfurt und leitet die Heimtextil seit Septemeber 2023.
„Ein neues Sleep-Areal macht die Stärke der Branche sichtbar“
Foto/Grafik: Fachverband Matratzenindustrie
Martin Auerbach ist seit 2019 Geschäftsführer des Fachverband Matratzen-Industrie.
„Ein neues Sleep-Areal macht die Stärke der Branche sichtbar“
Foto/Grafik: Messe Frankfurt/Dita Vollmond
Mit starken Marken und einer umfangreichen Präsentation baut die Heimtextil das Thema Smart Bedding 2026 deutlich aus.
„Ein neues Sleep-Areal macht die Stärke der Branche sichtbar“
Foto/Grafik: Messe Frankfurt/Dita Vollmond
Die Heimtextil rückt 2026 die ganzheitliche textile Innenraumgestaltung besonders in den Fokus.
„Ein neues Sleep-Areal macht die Stärke der Branche sichtbar“
Foto/Grafik: Messe Frankfurt
Abgerundet wird das Thema Gesunder Schlaf von geführten „Sleep Tours“, auf denen Markus Kamps mit Interessierten die wichtigsten Aussteller besucht.
„Ein neues Sleep-Areal macht die Stärke der Branche sichtbar“
Foto/Grafik: Messe Frankfurt
Auch wenn die Fläche noch kleiner war, pflegte der Fachverband Matratzen-Industrie auch auf der Heimtextil 2025 einen regen Austausch.
„Ein neues Sleep-Areal macht die Stärke der Branche sichtbar“
Foto/Grafik: Messe Frankfurt
Matratzen, Schlafsysteme und Bettwaren: Innovative Lösungen für einen erholsamen Schlaf finden die Messebesucher in Halle 4.0
„Ein neues Sleep-Areal macht die Stärke der Branche sichtbar“
Foto/Grafik: Messe Frankfurt
Hotspot für hochwertige Bettwäsche, Wohndecken und Badtextilien sind die „Bed, Bath & Living“-Hallen 5.0, 5.1, 6.0 und 6.1.
Haustex
Haustex
Kontakt
  • Kontakt Redaktion
  • Kontakt Anzeigen
  • Kontakt Leserservice

Verlag