21.01.2026

HDE warnt vor Überforderung der Branche

Vor dem Start der Tarifrunde im deutschen Einzelhandel in diesem Frühjahr warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor zu hohen Gewerkschaftsforderungen und Jobverlusten in historisch herausfordernden Zeiten für die Branche. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind aktuell weiter insgesamt sehr schlecht, davon kann sich auch der Einzelhandel nicht abkoppeln. Steigende Arbeitskosten etwa durch zu hohe Tarifabschlüsse, erdrückende Bürokratie- und Regulierungslasten und weiter wachsende Sozialversicherungsabgaben sind in dieser schwierigen Lage ein regelrechter Giftcocktail, der massenhaft Arbeitsplätze im Einzelhandel gefährden kann“, so HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke. Der Handel stehe ausdrücklich zur Sozialpartnerschaft, die ein sehr hohes Gut sei. Positiv zu bewerten sei zudem der aktuelle Vorstoß von DGB-Chefin Yasmin Fahimi für ein „Bündnis für Arbeit und Innovation“ der Sozialpartner im Bundeskanzleramt.

Wichtig ist aus Sicht des HDE aber vor allem, dass alle Akteure auch die verfassungsrechtlich geschützte Tarifautonomie wieder mehr in den Fokus nehmen. „Die Steigerungen des gesetzlichen Mindestlohns fressen sich immer tiefer in die Tarifwerke hinein. Das wird zunehmend zu einer schweren Hypothek für die Tarifvertragswerke aller Branchen“, betont Haarke. Vor dem Start der diesjährigen Tarifrunden im Einzelhandel mit mehr als 3,1 Millionen Beschäftigten warne der HDE daher eindringlich davor, durch zu hohe gewerkschaftliche Lohn- und Gehaltsforderungen eine Erwartungshaltung bei den Beschäftigten zu erzeugen, die dem Realitätscheck am Ende nicht standhalte. Der letzte Tarifabschluss hat den Beschäftigten im Einzelhandel über die Laufzeit von 2023 bis 2025 insgesamt 14 Prozent Gehaltserhöhung eingebracht und damit nachweislich auch einen satten Reallohngewinn. „Damals haben wir hoch ins Regal gegriffen und das in extrem schwierigen Zeiten für die Branche“, so Haarke weiter. Diese Tariflohnsteigerung ist in Anbetracht der aktuellen Wirtschaftslage und der steigenden Kosten für viele Arbeitgeber im Handel kaum zu schultern.

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Foto/Grafik: HDE
Der HDE warnt vor der anstehenden Tarifrunde im Einzelhandel vor Überforderung der Branche.
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